Bruxismus

Umfassende Behandlung der Schäden an Gelenken, Muskeln, Zähnen und Zahnfleisch, die durch Bruxismus in Verbindung mit einer Fehlstellung verursacht werden.

Jeder Mensch knirscht mit den Zähnen, ob bewusst oder unbewusst, im Wachzustand oder im Schlaf. Wer unter schädlichem Bruxismus leidet, leidet zwangsläufig unter einer dysfunktionalen Okklusion. Wir behandeln zwar nicht den Bruxismus an sich, korrigieren jedoch die Okklusion, um ein unbedenkliches Zähneknirschen zu ermöglichen.

Jahrzehntelang galt Bruxismus als rein destruktives Verhalten, das mit schweren Schäden an Zahnschmelz und Dentin durch Abrieb einherging. Zu den üblichen Behandlungsvorschlägen gehörten typischerweise Elektrostimulation, Botulinumtoxin-Injektionen, Physiotherapie, Hypnose und das lebenslange Tragen von Nachtschienen.

In jüngerer Zeit wurde Bruxismus jedoch als wichtige und nützliche physiologische Funktion anerkannt. Sowohl Patienten als auch Fachleute sollten zwischen zwei Arten von Bruxismus unterscheiden:

  1. Bruxismus mit dysfunktionaler Zahnokklusion

Ein unzureichendes Okklusionsmuster führt häufig zu einer übermäßigen Muskelaktivierung infolge einer ungleichmäßigen und unhaltbaren Kraftverteilung auf falsch ausgerichtete Zähne mit unzureichenden Kontakten, wodurch die Dauer und Intensität der Bruxismus-Episoden erhöht wird. Diese Auswirkungen können erhebliche Schäden an den Kiefergelenken, Muskeln, dem Parodontalgewebe (Zahnfleisch), den Stützknochen und dem Gebiss verursachen.

Pathologischer Zahnabrieb (Zahnverschleiß) aufgrund eines dysfunktionalen Bruxismus

Pathologischer Zahnabrieb (Zahnverschleiß) aufgrund eines dysfunktionalen Bruxismus

  1. Bruxismus bei physiologisch einwandfreier Zahnokklusion

Ein harmonisches Okklusionsschema ermöglicht eine ausgewogene Kraftverteilung und verhindert eine übermäßige Muskelaktivierung, wodurch die Dauer und Intensität von Bruxismus-Episoden verringert werden. Ein sicherer Bruxismus kann die Funktion des limbischen Systems, die Regulierung von Stresshormonen und die Fähigkeit des Körpers, mit externen Stressoren umzugehen, unterstützen. Darüber hinaus wird ein solcher physiologischer Bruxismus mit der Regulierung von Entzündungen, der Körpertemperatur und dem Blutdruck sowie mit einigen Anti-Aging-Effekten in Verbindung gebracht.

Für alle unsere Patienten streben wir die Erstellung eines personalisierten Okklusionsschemas an, das es ermöglicht, die physiologischen Vorteile des Bruxismus sicher und effektiv zu nutzen. Durch die Harmonisierung des Bisses, der okklusalen Kontakte und der Unterkieferposition unterstützen wir systemische physiologische Regulationsprozesse, die sich über das stomatognathe System hinaus auf den gesamten Körper erstrecken. Dieser Ansatz wird durch wegweisende japanische Forschungsarbeiten [1, 2] gestützt und durch unsere eigenen positiven klinischen Erfahrungen der letzten zwei Jahrzehnte weiter untermauert.

Gehirnaktivität (übermäßige Reaktivität des limbischen Systems)  beim Bruxismus mit funktioneller (links) und dysfunktioneller Okklusion (rechts) [2]
Gehirnaktivität (übermäßige Reaktivität des limbischen Systems)  beim Bruxismus mit funktioneller (links) und dysfunktioneller Okklusion (rechts) [2]

Gehirnaktivität (übermäßige Reaktivität des limbischen Systems) beim Bruxismus mit funktioneller (links) und dysfunktioneller Okklusion (rechts) [2]

[1] Prof. Kenichi Sasaguri
https://www.researchgate.net/profile/Kenichi-Sasaguri

[2] Otsuka, Takero, et al. “Influence of the TMJ Position on Limbic System Activation – an fMRI Study.” Journal of Craniomandibular Function, vol. 3, no. 1, 2011, pp. 29–39.